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MEL / DAS ANDERE LEBEN

 

Dokumentarfilm von Hans Peter Riegel  /  2016  /  75min

 

MEL ist ein Statement für neue Wege in der Produktion von Filmen.

Produziert wurde auf innovative Weise, mit handelsüblichen Systemkameras und iPhone.

 

 

 

INHALT

 

Wie komme ich weg von all dem Mist? Wie überlebe ich den nächsten Tag?

 

Schon als Kleinkind muss Melanie lernen, sich allein durchzubringen. Die Mutter krank und überfordert.

Der Vater abwesend. Sie wird in eine Pflegefamilie gegeben, die einer Sekte angehört. Unter der hartherzigen Erziehung

der Sektierer bricht sie zusammen und flieht zu ihrer Mutter.

 

Doch das Zusammenleben scheitert. Abgeschoben auf ein Internat in den Bergen, will sie nur noch weg.

Weg aus ihrer unglücklichen Kindheit, weg aus diesem Leben der Regeln und Repressionen.

 

Melanie ist vierzehn, als sie im Rotlichtviertel Zürichs landet, in der grössten und härtesten Drogenszene Europas.

Sie rasiert sich die Haare ab, wird zum Punk, nimmt LSD, schlägt sich als Kleindealerin durch.

 

Aus Melanie wird MEL.

 

Sie schläft auf einer Matratze, in einem von Hausbesetzern okkupierten Fabrik-Areal. Hier findet sie Freunde

und so etwas wie ein zu Hause. Ihr Leben im Underground beginnt.

 

Die Geschichte von Mel ist die Geschichte einer Frau, die ein Leben jenseits bürgerlicher Normen führt.

Gleichzeitig ist Mel Zeitzeugin. Eine scharfsinnige Beobachterin, die ihre kaputte Kindheit, die Zeit der Zürcher

Drogen- und Hausbesetzer-Szene, eigene Drogenerfahrungen, Experimente als Nackt-Modell, Lebensstationen

in Amsterdam und Barcelona schildert.

 

Mit Offenheit und Ironie spricht Mel über Sexualität aber auch über männliche Gewalt, die sie nur knapp überlebt.

Schliesslich findet sie durch Bondage zu sich selbst. Die Fesselung wird für Mel zum einem Akt der Selbstbestimmung,

 zur Form persönlicher Selbstverwirklichung.

 

Immer noch führt Mel ein Leben, das entfernt ist von gesellschaftlicher Normalität. Und obwohl sie zu einer erfolgreichen,

selbstbewussten Frau gereift ist, muss sie weiterhin kämpfen. Gegen Vorurteile, gegen frauenfeindliche,

männliche Unterdrückung, gegen ihre eigenen Dämonen.